Nachrichten des Presseclubs

Helmut Ortner . Der Medienmacher

Was zeichnet eine Tageszeitung aus, was ist Wesen und Bedeutung einer freien Presse, und wohin driftet unsere Gesellschaft? Es gibt wenige, die über diese Fragen so engagiert und gleichzeitig aus eigener professioneller Anschauung so kenntnisreich debattieren wie der Darmstädter Buchautor, Konzepter und Publizist Helmut Ortner. Beim Besuch im Presseclub widmete sich Ortner vor allem einer Analyse der Entwicklungen auf der rechten Seite des politischen Spektrums. "Wir dürfen uns von bestimmten Kräften keine Angst machen lassen", forderte er. Nicht ohne der Presse die Leviten zu lesen: "Eine Zeitung, die keine Haltung hat, die braucht man nicht. Die darf sich nicht wundern, wenn sie nichts und niemand mehr bewegt." Für Ortner beginnt die zu führende Debatte allerdings bereits am sprichwörtlichen Gartenzaun. "Wenn ich den einen oder anderen, den ich treffe, frage, was sich denn in seinem Leben zum Beispiel durch die Flüchtlinge wirklich dramatisch geändert hat, dann kommt meistens nichts." Der leidenschaftliche Radrennfahrer geht auch als Buchautor den schweren Themen nach: Todesstrafe, individuelle Verstrickungen in der NS-Zeit - Ortner machte es sich und seinen Zuhörern nicht leicht. Und eben deshalb war der vom Vorsitzenden Lars Hennemann moderierte Abend in der Ziegelhütte gewinnbringend für alle Anwesenden.