Nachrichten des Presseclubs

Freie Presse in schwierigen Zeiten

FAZ-Herausgeber Werner D’Inka zu Gast im Presseclub Darmstadt

Große Themen ruhig, aber tief analysiert – so lässt sich der Besuch von Werner D’Inka, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im Presseclub Darmstadt auf den Punkt bringen. Am Montag, 12. September, stellte sich der gebürtige Badener beim Clubabend in der Ziegelhütte den Fragen von Moderator Lars Hennemann und der anwesenden Clubmitglieder. Dabei spielte die Situation der Presse ebenso eine Rolle wie die weltpolitischen Zeitläufe.

Zur Presse hat D’Inka eine klare Meinung: Sie wird auch in Zukunft unverzichtbar sein, um eine Gesellschaft und eine Demokratie zusammenzuhalten. Dabei stehe die Frage, ob man weiterhin Papier bedrucke, weniger im Vordergrund als der kritisch-aufklärerische Journalismus. D’Inka sieht allerdings auch einige Aufgaben, die die Journalisten aus sich selbst heraus erledigen müssen: mehr Dialog mit den Lesern, „und zwar auf Augenhöhe, nicht als Oberlehrer“.

Große Sorge bereitet dem ausgewiesenen Osteuropa-Experten die Entwicklung in Russland. Einen unabhängigen Journalismus gebe es faktisch kaum noch, auch sei die Ausbildung der Kollegen trotz aller Bemühungen vielfach kaum mit der etwa in Deutschland zu vergleichen. Hier gelte es, auf die wenigen Mutigen zu setzen und diese zu unterstützen, so gut man könne.