Nachrichten des Presseclubs

Dirk Metz im Presseclub

Vor fünfeinhalb Jahren hängte der frühere Regierungssprecher Dirk Metz (CDU) die Politik an den Nagel. Gut zu tun hat der Wahl-Modautaler immer noch, verriet er im Presseclub. Er berät Problemfälle. Die Liste seiner Kunden ist lang, wie zum Teil auch unbekannt. Natürlich drängen sich Fragen auf, wie der frühere Regierungssprecher Dirk Metz und enge Vertraute von Roland Koch beispielsweise den ehemaligen Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, beraten hat. Für Indiskretionen war Dirk Metz  , verheiratet mit der früheren Sozialministerin Silke Lautenschläger, noch nie bekannt. So bleibt Metz zugeknöpft, wenn er nur erzählt, dass er den Beratervertrag auflösen ließ, weil der Bischof dem Rat, Fehler einzugestehen, nicht folgen wollte. Oder da ist ein Chirurg aus Ulm, der wegen Tötung auf Verlangen angeklagt war, der ebenfalls zur Kundenliste zählt. Er halte es nicht für verwerflich, auch einen Erdogan zu beraten, antwortet Metz auf die Frage nach moralischen Grenzen. Gibt es ein Lieblingsmandat? "Seit ich Mitglied im Aufsichtsrat von Schalke 04 bin, nicht", lacht der Kommunikationsberater.

Auf die Frage von Echo-Chefredakteur und Presseclubvorsitzendem Lars Hennemann, was die Bundespolitik von der Handballnationalmannschaft lernen könne, meint Metz : "Was Teamgeist bewegen kann. Eine Koalition lebt davon, dass man gemeinsam den Erfolg will." Das sei auch der Unterschied zur hessischen Landesregierung und zu Grün-Schwarz in Darmstadt. Der 59-Jährige, selbst gelernter Lokaljournalist, bekennt sich dazu, Fan der gedruckten Zeitung zu sein. Täglich lese er auch die Siegener Zeitung aus der Heimat, aus der er sich übrigens monatlich drei Laibe Riewekooche (Kartoffelbrot) schicken lasse. So legt Metz auch größten Wert darauf, dass seine Praktikanten Zeitung lesen, weil das wichtig fürs Allgemeinwissen sei. Das prüft Metz auch in einem Fragebogen ab. Eine kleine humorvolle Tücke hat er in der letzten Frage für ganz Unbedarfte versteckt: "Was halten Sie von der Freigabe von Koriander?"

Darmstädter Echo 13.04.2016 , Autor PATRICK KÖRBER