Preisverleihung 2012

Ein Lob auf den selbstbewussten und qualitätvollen Lokaljournalismus

Die Verleihung des Darmstädter Journalistenpreises „Der Niebergall“ fand am 23. November 2012 im Karolinensaal im Hessischen Staatsarchiv statt. Preisträger des Hauptpreises war 2012 der Korrespondent der FAZ-Rhein-Main-Zeitung Rainer Hein, dessen über zwei Jahre sich erstreckende Berichterstattung zum Museum Sander ausgezeichnet wurde. Hein Erhielt neben dem Preisgeld von 4000 Euro die Niebergall-Bronze von Thomas Duttenhoever. Preisträgerin des neugeschaffenen Nachwuchspreises war Kerstin Schumacher von Starkenburger Echo für ihre als Volontärin verfasste Reportage über den Darmstädter Straßenstrich in der Kirschenallee, die in allen Ausgaben der Echo-Zeitungen erschienen ist. Kerstin Schumacher erhielt ein Preisgeld von 2000 Euro. Die Preise wurden vom Clubvorsitzenden Peter Zitzmann zusammen mit den jeweiligen Laudatoren, nämlich Staatsministerin a.D. Ruth Wagner für den Hauptpreisträger und Ralf Ansorge für die Nachwuchspreisträgerin übergeben.

Ruth Wagner würdigte in ihrer Laudatio die unvoreingenommene und objektive Berichterstattung und die kritische und beherzte Kommentierung durch Rainer Hein. Sie sagte, Hein habe zur Meinungsbildung in Darmstadt über das Museum Sander beigetragen und Verschrörungstheorien widerlegt. Sie nannte den Preisträger einen der „glaubwürdigsten Journalisten der Republik“. Rals Ansorge lobte die Reportage von Kerstin Schumacher anschauliche Darstellung eines gesellschaftlich sensiblen Themas, das sie sachlich und distanziert behandelt habe. Er lobte ihre Sprache, die klischeefrei und von literarischer Qualität sei.

Die Festrede des Abends hielt Berthold L. Flöper von der Bundeszentrale für politische Bildung zu dem Thema „Ohne guten Lokaljournalismus gibt es kein demokratisches Gemeinwesen“ (siehe die Dokumentation der Rede). Oberbürgermeister Jochen Partsch hatte eingangs die Bedeutung der Tageszeitungen für die Demokratie gewürdigt und gesagt, an der Insolvenz der „Frankfurter Rundschau“ und deren einige Jahre zurückliegender Rückzug aus der Lokalberichterstattung über Darmstadt sei der „Niedergang“ der Zeitung erfahrbar geworden. Er habe sein Leseverhalten entsprechend verändert, bekannte Partsch.

Rainer Hein lobte in seiner Dankesrede Darmstadt leicht ironisch als ertragreichen und lohnenden Ort für die Berichterstattung. Das liege aber weniger an den interessanten Darmstädter Institutionen wie ESA, Eumetsat und die diversen Fraunhofer-Institute, sondern vielmehr an so schön zerredeten Projekte wie das Museum Sander, die Nordostumgehung, die Holbein-Madonna und die nie endende Debatte um den ICE-Anschluss. Von Kollegen werde er um ein so ergiebiges Terrain gar beneidet, bekannte Hein unter dem Gelächter der Zuhörer.

Im Anschluss an die Preisverleihung lud der Presseclub die Gäste, darunter Politiker und Wirtschaftsvertreter, in das Foyer des Staatsarchivs zu einem Empfang.

Empfang der Gäste im Foyer des Hessischen Staatsarchivs
Empfang der Gäste im Foyer des Hessischen Staatsarchivs
Oberbürgermeister Jochen Partsch bekennt sich zu gewandeltem Leserverhalten
Oberbürgermeister Jochen Partsch bekennt sich zu gewandeltem Leserverhalten
Berthold L. Flöper sprach zum Qualitätsjournalismus im Lokalen
Berthold L. Flöper sprach zum Qualitätsjournalismus im Lokalen
Der Nachwuchspreis ging an Kerstin Schumacher, links von ihr Presseclub-Vorsitzender Peter Zitzmann, rechts Rals Ansorge, der die Laudatio auf die Preisträgering hielt.
Der Nachwuchspreis ging an Kerstin Schumacher, links von ihr Presseclub-Vorsitzender Peter Zitzmann, rechts Ralf Ansorge, der die Laudatio auf die Preisträgering hielt.
Ruth Wagnerhielt die Laudatio auf den Preisträger Rainer Hein.
Ruth Wagnerhielt die Laudatio auf den Preisträger Rainer Hein.
Reiner Hein, Preisträger des Darmstädter Journalistenpreises "Der Niebergall" mit Urkunde und der Niebergall-Bronze. Links Ruth Wagner, rechts Peter Zitzmann.
Reiner Hein, Preisträger des Darmstädter Journalistenpreises "Der Niebergall" mit Urkunde und der Niebergall-Bronze. Links Ruth Wagner, rechts Peter Zitzmann.
Dank des Preisträgers Rainer Hein.
Dank des Preisträgers Rainer Hein.
 

Alle Fotos: Markus Schmidt - www.mas-foto.de