Nachrichten des Presseclubs

Sinkende Auflagen, doch bessere Qualität

2010

Presseclub 2010
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Fotograf: Markus Schmidt - www.mas-foto.de

Mit einer Diskussion über das Verhältnis von Zeitung und Internet als Informationsmedium hat der Presseclub Darmstadt am 8. März 2010 sein fünfjähriges Bestehen begangen. Im Darmstadtium sprachen Zeitungsjournalisten und Medienwissenschaftler vor geladenen Gästen und Clubmitgliedern darüber, wie Printmedien angesichts einer wachsenden Informationsflut und der zunehmenden Nutzung des Internets ihre Position behaupten könnten. "Surfen der Zeitung die Leser davon?" lautete der Titel der Diskussion, und der Vorsitzende des Presseclubs, Peter Zitzmann, verwies darauf, dass die Tageszeitungen in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren 20 Prozent ihrer Auflage verloren hätten. Der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Werner D'Inka, setzte auf die Qualität der Inhalte, die Professionalität der Journalisten und auch die Mobilität des bedruckten Papiers, damit sich die Zeitungen auch in Zukunft als Medium Bestand hätten. In Internet gebe es "Parajournalismus", denn vieles, was nach Journalismus aussähe, sei keiner, im Internet würden vielmehr Regeln des journalistischen Handwerks außer Kraft gesetzt und Öffentliches und Privates vermengt. Der Chefredakteur der Echo-Zeitungen, Jörg Riebartsch, setzte vor allem auf die Unverzichtbarkeit von Lokaljournalismus, der nur in der Zeitung sein angemessenes Medium habe. Er bedauerte, dass die Entwicklung für kostenlose Inhalte im Internet nicht mehr rückgängig gemacht werden könne. Nur Zusatzangebote der Medienhäuser, wie Hintergrundberichte und Kommentare, könnten künftig kostenpflichtig im Internet angeboten werden. Der Dortmunder Medienwissenschaftler Klaus Meier, der die Diskussion moderierte, gab zu Bedenken, dass nur noch 30 Prozent der Menschen unter 30 Jahre heute überhaupt noch Zeitung läsen. D'Inka hielt dagegen, dass etwa die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wie andere überregionale Titel auch, Auflage zugewännen, doch auch er rechnet für die Zukunft mit insgesamt sinkenden Auflagen. Möglicherweise werde es künftig die Zeitung nur noch zwei- oder dreimal in der Woche geben, um auf diese Weise zwar inhaltliche Qualität zu garantieren, doch zugleich Kosten zu senken, vermutete der Berliner Medienpädagoge Anton Austermann. Er sprach sich zugleich für profilierte Inhalte aus, an denen der Leser sich auch reiben könne. Die Echo-Zeitungen suchten heute bereits einen Weg in Nischenprodukten wie "Kinder-Echo" oder "Wirtschafts-Echo" mit denen Lesererwartungen gezielter bedient werden könnten, sagte Riebartsch. Auch Zeitungen wollen elektronische Datenträger für ihre Inhalte nutzen. So prüft die FAZ die Möglichkeiten des I-Pads als Medium für ihre Informationen und Kommentare, berichtete D'Inka.

Die Darmstädter Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries (SPD) bekannte, neben gedruckten Zeitungen deren Inhalte auch im Internet zu nutzen, allerdings nur die kostenlosen. Die Landtagsabgeordnete Karin Wolf (CDU) forderte, die Zeitungen dürften auf keinen Fall ihre Qualitätsansprüche unter den Druck der Internetkonkurrenz verlieren, und die frühere Wissenschaftsministerin Ruth Wagner (FDP) bekannte sich nicht zur Zeitung sowohl wegen deren inhaltlichen Qualität wie auch wegen der Handhabung des bedruckten Papiers.